Chronik

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Die Historie unserer Gemeinde 

Aus 1000 - 500 v. Chr. sind Nachweise einer Besiedelung unseres Gebietes durch keltische Taurisker chronik.GIF vorhanden 

Im Jahre 14 v.Chr. beginnt die römische Besiedlung und unser Gebiet wird zur römischen Provinz Noricum. 

70 n. Chr. wird Flavia Solva gegründet und die alte Römerstraße berührte das heutige Gemeindegebiet. Diese Straße verlor erst durch den Bau der Reichsstraße 1728 an Bedeutung. Diese längste und teilweise als Grenze zu Wundschuh verlaufende Straße erinnert noch heute daran, und führt auch den Namen Römerweg. 

Im 6. Jahrhundert Besiedelung durch die Franken später die Langobarden und nach deren Abzug ließen sich die Slowenen in unserem Gebiet nieder. Unser heutiges Pfarrgebiet wurde um 1100 von Hengsberg aus betreut. 

1144 wird Werndorf erstmals geschichtlich erwähnt und zwar schenkte am Reichstag zu Würzburg König Konrad III. dem Stift Rein das Dorf Werndorf bei Kalsdorf. Ab diesem Datum kommt der Name "Werndorf" in den Urkunden (wenn auch zeitweise etwas abgeändert) immer wieder vor. Mit der Geschichte des Stiftes Rein ist die Geschichte von Werndorf über 700 Jahre eng verbunden. 


Am 14. September 1532 waren die Türken unter Sultan Suleiman in Werndorf (Belagerung von Graz). 
1680 brach die Pest aus und das Werndorfer Pestkreuz an der B 67 erinnert noch daran. 

Am 1.Juli 1809 lieferten Bauern aus Werndorf den plünderten Truppen Napoleons eine Schlacht. Die Chronik weiß zu berichten, daß 1 Soldat und 1 Bauer getötet und 7 Werndorfer verletzt wurden. 
1843 hat die Steuergemeinde Werndorf 299 Bewohner und 54 Häuser. 

1848 erfolgt die erste Grundentlastung, d.h. erst vor 145 Jahren erhielten die Bauern aus kirchlichen oder adeligen Besitz, Grund und Boden in ihr Eigentum. Zuvor wurden Grund, Häuser und zuweilen auch die dort lebenden Menschen von den Herrschaften gekauft, verkauft oder getauscht wie immer es diesen Herrschaften beliebte. So ist es auch erklärbar, daß im Jahre 1850 von den Werndorfer Bauernhöfen 37 dem Stift Rein und 7 der Herrschaft Herbersdorf zugehörig waren. Für die alten Werndorfer war aber die Schenkung 1144 an das Stift Rein doch ein Glücksfall, denn die Ordensregel der Zisterzienser besagte, daß sie nicht vom Schweiße anderer leben durften. 

1848 endete die Gehorsamspflicht der Untertanen gegenüber den Grundherrschaften, es kam wie erwähnt zur Grundentlastung und mit kaiserlichem Patent vom 17.3.1849 wurde ein provisorisches Gemeindegesetz erlassen. Werndorf kam als Steuergemeinde zur Gemeinde Kalsdorf und hatte Vertreter im Kalsdorfer Gemeinderat. 

1891 finden wir in der Gemeindevertretung Kalsdorf als einzigen Werndorfer den Grundbesitzer Johann Finster. 

1895 also vor 100 Jahren erbaute man die Ortskapelle und weihte sie 1896 ein. 

Etwa 1895 - 1897 wurde an der Südbahnstrecke Wien-Triest der Bahnhof Werndorf errichtet. Als Eisenbahnstation ist Werndorf erstmals 1898 im Fahrplan erwähnt.


Im Jahre 1907 erfolgte die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Werndorf.

In den Jahren 1900 - 1914 kam es in der Kalsdorfer Gemeindevertretung immer wieder zu Auseinandersetzungen mit den Werndorfer Vertretern. Die Werndorfer die selten mit mehr als 2 Personen im Kalsdorfer Gemeinderat vertreten waren, hatten stets das Gefühl benachteiligt zu werden. 1910 hatte deshalb schon der damalige Bgm. von Kalsdorf Dr. Julius Finze die Selbständigkeit der Werndorfer befürwortet. Er mußte dann im März 1911 sogar zurücktreten. Ursache für die ständigen Auseinandersetzungen waren die Erhaltung der Straßen, Brücken und des Werndorfer Armenhauses aber auch schulische und kirchliche Beitragsleistungen. Schulisch und kirchlich war Werndorf immer mit Wundschuh verbunden. Eskaliert sind die Auseinandersetzungen im Jahre 1912 als es um die Aufteilung des Jagdpachtschillings ging. Fehler in der Ortschaftsrechnung - wegen der Feuerwehr - brachten das Faß zum Überlaufen und endete die Gemeinderatssitzung vom 7.5.1912 mit einem Eklat. 

Am 26. Februar 1914 beschließt der Steiermärkische Landtag die Abtrennung der Ortschaft Werndorf von der Gemeinde Kalsdorf. Erst am 18.1.1917 waren die verwaltungstechnischen Maßnahmen soweit, daß die Voraussetzung für eine selbständige Ortsgemeinde geschaffen waren. Laut Verfügung der K. u. K. Statthalterei von 10.5.1917 ist die Gemeinde Kalsdorf aufzulösen und die Kalsdorfer Gemeindevertretung vollzog in ihrer Sitzung am 8.6.1917 der Trennung letzten Akt und beschloß die Auflösung der Gemeindevertretung. Für Kalsdorf und die neue Gemeinde Werndorf wird je 1 Regierungskommisär eingesetzt. Für Werndorf Alois Brugger, vulgo Schmiedfaßl, der schon in Kalsdorf als Vertreter der Gemeinde Werndorf einschlägige Erfahrung sammelte. 

Die 20er und 30er Jahre waren auch für die Bewohner der Gemeinde Werndorf eine harte Zeit. 

1917 gab es große Ernährungsschwierigkeiten, Lebensmittelkarten wurden eingeführt. Eine Lebensmittelsammlung für die Arbeiter für Lapp & Finze sowie Wäschesammlungen für Soldaten fanden statt. Um Brennmaterial und Lichtöl zu sparen wurden die Uhren um eine Stunde vorgerichtet, die Sommerzeit von 1. Mai - 1. Oktober eingeführt. 

Am 12.11.1918 wird Österreich Republik. 

Gemeinderatswahl am 27.7.1919 Alois Brugger wird zum 1. Werndorfer Bgm. gewählt und bleibt dies bis zum 27.9.1932. 

Die Not der Bevölkerung ist aus einem Zitat aus dem Protokoll einer Gemeinderatssitzung aus dem Jahre 1920 ersichtlich dort heißt es: 

"Die Organisation des Feldschutzdienstes wurde im Wege der Heimwehr in der Weise geregelt, daß bei Aufgreifung von Feldfrüchtedieben das aufgreifende Organ 50 % des aus den Diebstählen stammenden Gutes sowie eine Ergreiferprämie von 10 Kronen pro Kopf erhielt". 

1920 wird erstmals eine Ortsmusikkapelle gegründet, die sich aber später wieder auflöst, und Werndorf hat laut Volkszählung 580 Einwohner. 

Am 5.10.1925 wird das Postamt eröffnet und am 26.12.1925 gibt es in Werndorf den 1. Telefonanschluß. 

Am 27.9.1932 wird Vinzenz Koschak neuer Bürgermeister und bekleidet dieses Amt bis zum 12.3.1938. Unter seiner Führung erhält Otto von Habsburg 1935 die Ehrenbürgerschaft. Bei der Volkszählung 1934 hat Werndorf 608 Einwohner. In diesen schwierigen Jahren wird die Bevölkerung auch noch zu Robotarbeiten herangezogen. 

Ab März 1938 bis Juli 1944 ist wieder Alois Brugger Bürgermeister. In dieser Zeit wird das 1. Gemeindeamt gegenüber vom Gasthaus Rösel-Gartler errichtet. 

Am 5.7.1944 wird aus einem 3-Vorschlag Rösel-Gartler Engelbert zum Bürgermeister gewählt und bleibt dies bis zum Mai 1945. 
Am 10.6.1945 wird Johann Uhl 1. provisorischer Bürgermeister nach dem 2. Weltkrieg. 

Die ersten freien Wahlen erfolgten am 25.11.1945 in der darauffolgenden 1. Gemeinderatssitzung wird Johann Uhl zum 1. Bürgermeister gewählt und bleibt dies bis zum 11.3.1958. In seiner Amtszeit wurde die 1. Volksschule gebaut und 1952 seiner Bestimmung übergeben, bis dahin gingen Werndorfer Kinder nach Wundschuh in die Schule - heutiges Kulturheim. 
1957 erfolgte die Schlüsselübergabe für 12 Gemeindewohnungen und Landesrat Fritz Matzner wurde Ehrenbürger. 

Am 11.3.1958 legte Uhl sein Amt zurück und Johann Pirker wird Bürgermeister. Seine Amtszeit geht bis 9.11.1968. 

1960 hat Werndorf erstmals über 1000 - genau 1026 - Einwohner. In die Amtszeit von Johann Pirker fällt die Gründung des ÖKB (1.1.1963), der Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes mit Wohnungen, der Bau des 7-Familienwohnhauses mit Post und Sparkasse sowie des 12-Familienwohnhauses Bahnhofstraße 13 und die Gründung der Jugendkapelle Werndorf. 

Per 9.11.1968 legt Pirker sein Gemeinderatsmandat zurück, Alwin Knöpfler wird mit 6.12.1968 Bürgermeister und bleibt dies bis Dezember 1977. In seiner Amtszeit erfolgte der Bau der neuen Volksschule mit Turnsaal und Einführung der geregelten Müllabfuhr. 

Mit 16.12. 1977 wird Roman Blattl zum Bürgermeister gewählt. 
Unter seiner Amtsführung: 
- Kanalisation 
- Wasserversorgung 
- Kindergarten 
- Rüsthaus 
- Kulturheim und Wappenverleihung 
- Sportheim u. Tennisplätze 
- Gemeindeamt mit Wirtschaftsgaragen 
- seit 1.1.1995 eigenes Standesamt und Staatsbürgerschaftsevidenz 
- rechtzeitig zum 30-jährigen Jubiläum der Jugendkapelle ein neues Musikheim. 

1996 - 100 Jahre Dorfkapelle: Generalsanierung / Restaurierung und umfassende Dorfplatzgestaltung mit Gedenkstätte für Gefallene und Vermißte aus den beiden Weltkriegen. 

1997 - 90 Jahre FF-Werndorf: bis dahin Erweiterung des Rüsthauses - Junge dynamische Wehr mit einem Mannschaftsstand und Motivation wie nie zuvor seit Bestehen der Wehr. 

Bedingt durch die große Bautätigkeit und die Zuzüge in die Eigentums- bzw. Mietkaufwohnungen liegt die Einwohnerzahl der Gemeinde derzeit bei 2.056 Hauptwohnsitzen und 64 Nebenwohnsitzen, somit insgesamt 2.120 Einwohner.

Diese Entwicklung bringt wieder neue große Herausforderungen für die Gemeinde.